Oft Nachgefragtes

Wahrnehmungsverarbeitung

Eine gute Wahrnehmungsverarbeitung ist die Grundlage aller Lern- und Interaktionsprozesse. Bei Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen kann es sich um Beeinträchtigungen in der Aufnahme - der Speicherung - der Verarbeitung von Umweltreizen, sowie die Reaktion darauf handeln. Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen können auf verschiedenen Ebenen der Hirnorganisation auftreten.

Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen können also sehr unterschiedliche und mannigfaltige Ursachen haben. Ihre Ausmaße sind individuell verschiedene Verhaltensauffälligkeiten, Lern- und Leistungsstörungen bis hin zu schweren psychischen Störungen können die Folge sein. Gezielte frühe basale Förderung ist notwendig, um später Lern- und Leistungsstörungen zu verhindern und eine adäquate Anpassungsleistung an das Leben zu ermöglichen.

Wie verhalten sich wahrnehmungsgestörte Kinder?

Manche Kinder sind immer in Bewegung, haben eine schlechte Eigensteuerung, sind impulsiv, unaufmerksam, haben wenig Risikoeinschätzung, sind häufig nicht zielgerichtet in ihren Handlungen oder taktil- abwehrend.

Manche Kinder sind langsam, schwer zu aktivieren, brauchen stärkere Reize um überhaupt zu reagieren. Sind eher traurig oder ernst und zurückgezogen. Tagträumer.

Manche Kinder sind recht schmerzunempfindlich, haben wenig Eigenmotivation, benötigen viel Aussensteuerung um ihre eigene Antriebslosigkeit zu überwinden.

Manche Kinder haben Schwierigkeiten sich in Gruppen einzugliedern oder adäquat zu verhalten. Sie haben Schwierigkeiten zuzuhören oder hinzuschauen, Regeln zu befolgen - sie sind aggressiv oder ziehen sich zurück und sind eigenbrötlerisch.

Im schulischen Bereich zeigen sie häufig Teilleistungsstörungen in Form von Lese-, Rechtschreibstörungen oder Rechenstörungen oder Aufmerksamkeits- Konzentrationsstörungen. Grafomotorische Probleme sind häufig ebenso Ganzkörperkoordinationsprobleme. Aggressives Verhalten und/ oder trauriges, zurückgezogenes Verhalten sind zu beobachten. Die Träumerliese, der Zappelphillip, der Angsthase oder der Draufgänger sind typisch für Kinder mit Wahrnehmungsverarbeitungsstörung.

Was kann man tun?

Das Angebot der Wahrnehmungsförderung kann früh - direkt nach der Geburt - beginnen. Welche Therapiemethode die "beste" Fördermöglichkeit für das Kind darstellt, ist abhängig vom Entwicklungsstand, dem Alter, als auch dem Beeinträchtigungsgrad des Kindes. Um zu einer ganzheitlichen- integrativen Förderung zu gelangen, muss eine umfassende Diagnostik, d. h. eine Entwicklungsstatuserhebung sowohl vom Kinderarzt und/ oder Psychologen durchgeführt werden.

Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ist und sollte Grundlage einer adäquaten Hilfe und Förderung von wahrnehmungsverarbeitungsgestörten Kinder sein. Das Förderangebot muss auf die Verarbeitungsstörung des Kindes individuell ausgerichtet sein.