Historie

Der gemeinnützige Verein zur Förderung wahrnehmungsgestörter Kinder e. V. wurde 1992 von Betroffenen und Professionellen zur Verbesserung der schulischen wie diagnostischen Situation von Kindern mit Wahrnehmungsstörungen, Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen gegründet.

Heilpädagogen, Pädagogen, Lehrer, Kinderärzte, Psychologen wie betroffene Eltern wollten Anerkennung, Hilfestellung und entsprechende Förderkonzepte in Schule und Kindergarten erreichen. Dies sollte durch einen vom Kultusministerium anerkannten Modellversuch an der Johannes-Vatter-Schule (Schule für Hörgeschädigte) in Friedberg/Hessen seinen Anfang finden. Der Verein hat sowohl die Ausarbeitung des pädagogischen Konzepts mitbegleitet wie finanziell das Projekt durch Sponsoren unterstützt. Aus Gründen der wissenschaftlichen Untermauerung des Modellversuchs wurde 1992 das erste internationale Symposium in Friedberg mit hochrangigen Wissenschaftlern aus den USA, Südamerika, Europa durchgeführt. Mehr als tausend Teilnehmer haben die Veranstaltung besucht. In den Folgejahren haben dann sieben weitere Symposien stattgefunden, um die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse im Bereich Wahrnehmungsverarbeitung, Gedächtnis sowie neue diagnostische wie therapeutische Möglichkeiten und Wege aufzuzeigen.

Des Weiteren wurde für Schulärzte Fortbildung organisiert, um die Schuleingangsuntersuchung zu verbessern, um frühzeitiger Kinder mit Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen zu erkennen, um so zu verhindern, dass der Spaß am Lernen frühzeitig durch Lernbeeinträchtigungen, Lernschwierigkeiten zerstört wurde. Es wurde in die Schuleingangsuntersuchung der Schulärzte die Rubrik Wahrnehmungsverarbeitung mit aufgenommen und hat bis heute Bestand.

Urkunde des Anerkennungspreis des hessischen Kultusministeriums für Frau Ester Rohde-Köttelwesch

Heute richten wir unser Augenmerk auch in diesem Bereich Schule auf Inklusion und geben hierzu verschiedene Fortbildungen. Es wurden zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer, wie pädagogische Tage an Schulen, abgehalten, um eine höhere Sensibilisierung für Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen durch Lehrer zu erreichen sowie Fördermöglichkeiten im schulischen Bereich aufzuzeigen (Anerkennungspreis der Hessischen Kultusministerin).

Der Verein hat mit dem Staatlichen Schulamt eine Arbeitsgruppe Wahrnehmungsverarbeitungsstörung ins Leben gerufen. Es haben regelmäßige Treffen unter Leitung des Staatlichen Schulamtes zur Verbesserung der schulischen Situation der betroffenen Kinder stattgefunden. Teilnehmer waren Sonderschulen, Erziehungsberatungsstellen, andere Organisationen, die mit Kindern und Wahrnehmungsstörungen befasst waren. Es ist ein Wegweiser für Wahrnehmungs- und Lernstörungen durch alle kompetenten Organisationen und Einrichtungen erarbeitet worden, der eine Hilfestellung für Beratung durch Lehrer bieten konnte. Siehe Website: Staatliche Schulen Frankfurt.

Der Verein hat in Zusammenarbeit mit dem Kinderzentrum für Wahrnehmungsstörungen eine neuropädagogische Ausbildung angeboten. Die Neuropädagogik war die logische Konsequenz aus allen Fortbildungen und Symposien. Hier sollten Lehrer, Erzieher, Therapeuten wie Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen eine dreijährige berufsbegleitende Ausbildung in Neuropädagogik absolvieren und mit einer zertifizierten Prüfung abschließen. Ziel ist, dass die Absolventen umfassendes Wissen, sowohl in der Diagnostik von Wahrnehmungsverarbeitungsstörung wie deren therapeutischen Prozess erhalten und dann als Mentoren in ihrer Einrichtung und darüber hinaus tätig sein können (Verweis auf neuropädagogische Fortbildung).

Aufgrund der vielen Aktivitäten und der daraus resultierenden Notwendigkeiten wurde dann 1995 das Kinderzentrum für Wahrnehmungsstörungen in Frankfurt gegründet. Es besteht eine enge Vernetzung mit dem Verein zur Förderung wahrnehmungsgestörter Kinder.

Im September 2014 wurde der Verein zur Förderung wahrnehmungsgestörter Kinder e. V. aufgelöst. Das Kinderzentrum für Wahrnehmungsstörungen setzt seine Arbeit davon unberührt fort.